Kettgen Adler

Stolperstein für Kettgen Adler

(frühere Hindenburgstraße)

Ferdinand (Faist) Adler wurde am 8. April 1859 in Kelsterbach als Sohn von Herz Adler und Malchen Adler geb. Strauß geboren. Am 26. Juni 1883 heiratete Ferdinand Adler die Kettgen, eine geborene Oppenheimer, deren Eltern Abraham Oppenheimer, *16. Juni 1825, und Däubchen Wetterhahn, * 1822 in Hetschbach, waren. Ein Bruder von Kettgen Oppenheimer war David Oppenheimer, der in König in der Alexanderstraße 2 lebte. Die Eheleute Ferdinand und Kettgen Adler lebten in kinderlos gebliebener Ehe in der Lindenstraße 49.

Ferdinand Adler verstarb am 26. Oktober 1937 in König und wurde auf dem jüdischen Friedhof der Gemeinde bestattet. Sein Grabstein ist noch vorhanden und trägt eine hebräische Inschrift, die in deutscher Übersetzung lautet:


"Hier liegt begraben
Uri Schraga, Sohn des Naftali.
Er war ein gottesfürchtiger Mann
und rechtschaffen in all seinen Taten.
Er übte Wohltätigkeit all seine Tage. Er verschied
am 21. Marcheschwan 698 nach der kleinen Zählung.
Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens!"

 

Der deutsche Name für Uri Schraga lautet meist Veit oder Faist.

Kettgen Adler musste nach der Pogromnacht 1938 König verlassen und zog nach Frankfurt am Main, wo sie am 7. April 1942 eines natürlichen Todes starb. Während der Pogromnacht 1938 in König wurde ihre Wohnung von einem von den Nationalsozialisten instruierten Trupp aufgesucht; ein Radiogerät wurde „beschlagnahmt“ und zur Bürgermeisterei gebracht.